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Eine Interview-Scorecard erstellen, die faire, vergleichbare Entscheidungen liefert

Ohne Scorecard zerfallen Interviews zu Bauchgefühl und wer zuletzt sprach. Eine einfache, kriterienbasierte Scorecard macht Einstellungen fairer, belastbarer und weit besser vergleichbar.

Scorecard
Anleitung
Interviews
Finn Glas
Finn GlasCo-Founder + Engineering
·6. März 2026·
3 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Bewerte gegen feste Kriterien, nicht ein Gesamt-Gefühl; im Gefühl versteckt sich Bias.
Leite die Kriterien aus den Must-haves und dem Erfolgsbild des Intakes ab.
Interviewer:innen bewerten erst unabhängig, dann vergleichen; vermeide Groupthink.
Schritt für Schritt
1

Kriterien aus dem Intake nehmen

4 bis 6, abgebildet auf Must-haves + Erfolgsbild.

2

1-bis-4-Skala mit Ankern schreiben

Beschreib, wie jedes Level aussieht.

3

Unabhängig bewerten

Jede:r bewertet vor jeder Gruppen-Diskussion.

4

Vergleichen + auf Belegen entscheiden

Die Uneinigkeiten besprechen; aus den Bewertungen entscheiden.

1. Warum eine Scorecard ein Bauch-Urteil schlägt

Eine Scorecard zwingt Interviewer:innen, eine:n Bewerber:in gegen die konkreten Dinge zu bewerten, die die Rolle braucht, statt das ganze Interview zu einem einzigen „ja, ich mochte sie“ zu verdichten. Genau in diesem einen Eindruck leben Bias und Recency, die selbstbewusste Person, die, die dich an dich selbst erinnert, der starke Schluss, der eine schwache Mitte auslöscht. Jedes Kriterium separat zu bewerten macht die Entscheidung lesbar, über Bewerber:innen vergleichbar und belastbar, falls sie je hinterfragt wird. In Deutschland ist es zudem Kernbestandteil eines AGG-konformen, bias-resistenten Prozesses.

Bewerte Belege, nicht Persönlichkeit

Verankere jedes Kriterium an etwas, das die Person getan oder gezeigt hat, nicht an Eigenschaften wie „Culture Fit“, die leise zu „ist wie wir“ werden. Beleg-basierte Bewertung ist fairer und vorhersagekräftiger, und sie hält den Prozess unter dem AGG belastbar.

2. Die Kriterien aus dem Intake ableiten

Erfind keine generischen Kriterien. Nimm sie direkt aus den Must-haves und dem Erfolgsbild, auf die ihr euch im Intake-Gespräch geeinigt habt, das ist der ganze Sinn davon. Eine Scorecard mit vier bis sechs Kriterien, die wirklich zur Rolle passen (eine konkrete Fähigkeit, eine relevante Art Erfahrung, eine vom Team gebrauchte Arbeitsweise), schlägt eine lange Liste vager Eigenschaften wie „Kommunikation“, die jede:r anders bewertet. Jedes Kriterium sollte etwas sein, wofür du im Gespräch echte Belege sammeln kannst, kein Persönlichkeits-Rätsel.

3. Nutze eine Skala mit Verhaltensankern

Eine 1-bis-4-Skala funktioniert gut (eine gerade Zahl erzwingt leise eine Tendenz statt einer sicheren Mitte). Aber Zahlen allein driften, deine 3 ist nicht meine 3. Füg jedem Level einen kurzen Verhaltensanker hinzu: Wie sieht eine 2 gegenüber einer 4 bei diesem Kriterium aus? Anker machen aus einer subjektiven Zahl einen geteilten Maßstab und Bewertungen über verschiedene Interviewer:innen vergleichbar. Halt neben jeder Bewertung einen Satz Beleg fest („Bewertung 4: schilderte eine fast identische Migration, die sie geführt hat“), damit die Bewertung fundiert ist, nicht nur behauptet.

4. Unabhängig bewerten, dann vergleichen

Die Reihenfolge zählt. Jede:r Interviewer:in füllt die Scorecard aus, BEVOR die Gruppe diskutiert, denn in dem Moment, in dem eine erfahrene Stimme laut „ich fand sie super“ sagt, konvergieren alle Bewertungen leise darauf, das ist Groupthink, der den Wert mehrerer Perspektiven auslöscht. Erst-unabhängig, dann-diskutieren bringt echte Uneinigkeit hervor, oft das nützlichste Signal, das du hast. In KI BMS lebt die Scorecard auf der Bewerbung und speist das Fit-Bild der/des Kandidat:in, die strukturierte Bewertung, die du entworfen hast, ist also das, was die Entscheidung wirklich treibt und im Datensatz bleibt, statt eines Flur-Konsenses, den später niemand rekonstruieren kann.

Häufige Fragen

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Finn Glas

Geschrieben von

Finn Glas

Co-Founder + Engineering

Finn ist einer der Co-Founder. Er verantwortet Engineering, Infrastruktur und die meisten nächtlichen Fixes, die ausgerollt werden, bevor jemand etwas merkt.

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